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Waschbär
Procyon lotor
Der aus Amerika stammende Waschbär nahm seinen Weg nach Deutschland vom Edersee aus. 1943 wurden dort zwei Waschbärpärchen ausgesetzt. Man erhoffte sich von der Aktion eine Bereicherung der Jagd und lukrative Pelzlieferanten. Schließlich wurden 1966 in der Nähe von Paris Waschbären von US-Soldaten ausgesetzt. Dann nahm eine wahre Erfolgsstory der Ausbreitung ihren Lauf. 1956 schätzte man den Bestand auf 285 Tiere, 1970 bereits auf 20.000 bis 28.000. Heute wird der hiesige Bestand auf über 100.000 Tiere geschätzt.
Doch nicht alle sind darüber erfreut, dass der scheue Geselle mit der niedlichen Gesichtsmaske mittlerweile auch in deutschen Großstädten anzutreffen ist. Kassel ist die Hochburg des Waschbärvorkommens. Bis zu 150 Tiere auf 100 Hektar tummeln sich hier. Doch es ist der Mensch, der dem Allesfresser den Weg in die Stadt gebahnt hat. Mülltonnen mit Essensresten, die nicht abgedeckt sind, reich gefüllte Vorratskeller und Nistkästen in gut erreichbarer Höhe sorgen dafür, dass der Tisch für den Kleinbären immer reich gedeckt ist.
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